Erneuter ASP-Fall in Sachsen bestätigt – erhöhte Wachsamkeit auch in unseren Revieren

Liebe Jägerinnen und Jäger,

am 02.04.2026 wurde ein weiterer Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Freistaat Sachsen bestätigt. Betroffen ist ein tot aufgefundenes Wildschwein im Landkreis Görlitz.

Auch wenn der Fundort nicht im Weißeritzkreis liegt, zeigt dieser Fall deutlich: Die Tierseuche ist weiterhin präsent und verlangt von uns Jägerinnen und Jägern höchste Aufmerksamkeit und Disziplin.

Was bedeutet das für unsere Reviere?

Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die ausschließlich Haus- und Wildschweine betrifft. Für den Menschen ist sie ungefährlich. Für Schwarzwildbestände und landwirtschaftliche Betriebe kann sie jedoch gravierende wirtschaftliche Folgen haben.

Eine weitere Ausbreitung kann nur durch konsequentes und schnelles Handeln verhindert werden.

Rotten im Blick behalten – Auffälligkeiten sofort melden

Bitte beobachten Sie die Rotten in Ihrem Jagdgebiet besonders aufmerksam. Achten Sie auf:

• ungewöhnliches oder apathisches Verhalten
• reduzierte Fluchtdistanz
• krank wirkende Tiere
• vermehrte Fallwildfunde

Im Zweifel ist jede Auffälligkeit umgehend mit dem Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt (LÜVA) abzuklären. Schnelles Handeln ist hier entscheidend.

Hygienemaßnahmen strikt einhalten

Blut, Gewebe (Fleisch, Haut) sowie andere Körperflüssigkeiten wie Nasenausfluss oder Darminhalt gelten als infektiöses Material.

Das bedeutet für die Praxis:

• gründliche Reinigung von Jagdausrüstung
• Reinigung und gegebenenfalls Desinfektion von Kleidung und Jagdstiefeln
• Säuberung von Jagdwannen, Messern und Werkzeug
• Reinigung von Fahrzeugen, insbesondere Reifen und Laderaum

Das ASP-Virus wird bei 70 °C nach 30 Minuten inaktiviert.

Besondere Verantwortung für Jäger mit landwirtschaftlichem Betrieb

Wer zugleich Jäger und Landwirt ist, sollte strikt getrennte Schutzkleidung verwenden. Diese Maßnahme dient dem eigenen Bestandsschutz und verhindert eine mögliche Verschleppung.

Jagdreisen mit Bedacht planen

Bitte informieren Sie sich vor Jagdreisen über die aktuelle ASP-Lage im jeweiligen Gebiet. Im Zweifel sollten risikobehaftete Regionen gemieden werden, um eine Einschleppung in unseren Landkreis zu verhindern.

Unser gemeinsamer Auftrag

Die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest ist eine gemeinsame Aufgabe von Behörden, Landwirtschaft und Jägerschaft.

Ich bitte Sie eindringlich um:

• erhöhte Aufmerksamkeit im Revier
• konsequente Einhaltung aller Hygienemaßnahmen
• unverzügliche Weitergabe dieser Information an Ihre Jagdgenossen

Nur wenn wir geschlossen handeln und Informationen aktiv weitergeben, können wir eine weitere Ausbreitung verhindern. Lassen Sie uns hier mit der gebotenen Ernsthaftigkeit und Disziplin vorgehen.

Mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil

Eure Anja Pötzsch
Öffentlichkeitsarbeit

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